Chronik

 

Schon seit jeher hatte das Ahrntal mit seinen steilen Bergen und vielen Bergbächern unter Lawinen, Muren und Überschwemmungen zu leiden. Im 19. Jahrhundert war es besonders schlimm. Infolge der großen Hitze schmolzen im Jahre  1878 die Gletscher stark zusammen. Ein starker Regen ließ besonders den Rotbach stark anschwellen, so dass dieser soviel Schutt vom Schwarzenstein ins Tal brachte und   der Ahr den Lauf versperte. In der Ebene von St. Martin entstand ein See, die Kirche stand bis zu halber Höhe im Wasser. Beim Ausbruch des Sees richteten die Wassermassen talauswärts große Schäden an und verwüsteten den gesamten Tauferer Boden.

Die Weiler Brunnberg und Rotberg sind seit der Katastrophe von 1878 durch eine tiefe Schlucht voneinander getrennt. Voher konnte man über sanft geneigte Wiesen und Wälder die Weiler erreichen. Die Spuren der Katastophe sind von der Rotbach-Alm noch gut sichtbar und lassen erahnen, in welchen Ausmaß im August 1878 Geröllmassen bewegt wurden.

Auch die Hofstelle der Rotbach-Alm, die zur damaligen Zeit weiter taleinwärts stand, wurde von der Murre arg in Mitleidenschaft gezogen und musste abgerissen werden. Man wählte den heutigen Standort, wo schon eine kleine Hütte stand, um die Hofstelle wieder aufzubauen. An Ausschnitten       und Einkerbungen kann man erkennen, dass Balken vom damaligen Gebäude wieder verwendet wurden. Dies war notwendig, weil das Holz zur damaligen Zeit im Ahrntal (wegen der Kupferschmelzöfen)     einen besonders hohen Wert hatte.

Als Zeugen der Zeit stehen heute noch die alten Steintröge mit der eingravierten Jahreszahl 1884.   Allein an der Bauzeit kann man erahnen, wie mühevoll es für unsere Vorfahren gewesen sein muss,
die Hofstelle wieder neu aufzubauen.
 
 

Von einem weiteren Schicksalsschlag wurde die Bauernfamilie im Jahr 1951 heimgesucht.

Ausgegangen wohl von den kargen Zeiten, sahen sich die Bauernsleute gezwungen, jede Mulde, jeden Hügel bis zum Gipfel des Wolfskofels zu mähen. Jedes Rind und jede Ziege für die sie Futter für den Winter hatten, trug zur Existenz bei. Dass aber wegen der kahlen Böden im steilen Gelände, einer Lawine freie Bahn geboten wurde, war damals den Leuten wohl nicht bewusst, oder es wurde einfach überschaut.

Und so geschah es: Nach kräftigen Schneefällen im Januar 1951 krachte eine Lawine vom Wolfskofel Richtung Hofstelle. Das Gebäude wurde stark beschädigt, jedoch kamen zum Glück keine Bewohner      zu Schaden. Die schiefen Wände an der Außenseite der Holzkonstruktion erinnern heute noch an das Unglück.

Jedoch ließen die Gedanken auch nach Jahren die Bauernsleute nicht los, dem Tode so knapp   entgangen zu sein. Sie gaben den Hof auf und suchten sich im Tal eine Bleibe. Danach nutzten Pächter die   Weiden und Felder, aber nur mehr über die Sommermonate, als Alm, über 30 Jahre lang.

 

     Die Liebe zu Tier und Natur der heutigen Besitzer, war der Anlass den Hof seit dem Jahr 1997 wieder ganzjährig zu bewirtschaften.
 
 
Auf der Rotbach-Alm erhalten die Besucher auch heute noch Einblicke vom früheren bäuerlichen   Leben:

 Gerätschaften, mit denen die Bauern ihre Felder bestellten und Waldarbeiten erledigten,

Bild- und Fotomaterial aus vergangener Zeit ...
 

   

  

 

 

"Zeugen vergangener Zeit"

 

 

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